Wie sinnvoll ist ein Solarspeicher in 2026? Lohnt sich ein Solarspeicher 2026? – Mehr als nur Wirtschaftlichkeit: Die Bedeutung von Ausfallsicherheit
Ob sich ein Solarspeicher lohnt, hängt von diversen Faktoren ab – und einige dieser Faktoren unterliegen im Laufe der Zeit durchaus Veränderungen: Insbesondere die Kosten für Speicher oder hinzuzukaufenden Strom, geplante Netzentgelte für Stromeinspeisung, verändertes Verbrauchsverhalten und der steigende Energiebedarf in Haushalten spielen eine wichtige Rolle. Was sich hingegen nicht ändert, sind die Zeiten, in denen Solarenergie überhaupt gewonnen und gespeichert werden kann.
Darüber hinaus gewinnt ein Aspekt immer mehr an Bedeutung: Die Verlässlichkeit der Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz. Stromnetze können aus unterschiedlichsten Gründen zeitweise ausfallen – sei es durch technische Störungen, wetterbedingte Ereignisse oder andere unerwartete Vorfälle. Solche Netzausfälle sind keine Seltenheit, sondern kommen häufiger vor, als viele vermuten. Ein gut ausgelegter PV-Speicher, der Ersatzstrom bietet, kann in solchen Situationen eine entscheidende Rolle spielen.
Schauen wir uns als Erstes die Sonnenenergieproduktion und den Energieverbrauch an, um die Speichernutzung zu erörtern.

Wann wird Solarenergie produziert?
Grundsätzlich produziert eine PV-Anlage nur dann Energie, wenn die Sonne scheint beziehungsweise, wenn es hell genug ist. Die Menge der produzierten Energie steigt bei optimaler Sonneneinstrahlung morgens an, erreicht am frühen Nachmittag ihren Höhepunkt und nimmt danach wieder ab.
Wann wird Energie benötigt?
Der zeitliche Verlauf des Strombedarfs eines Haushaltes entspricht allerdings meist nicht dem Produktionsverlauf der PV-Anlage. Der meiste Strom wird in den Morgen- und Abendstunden verbraucht – in einer Zeit, in der weniger Sonnenenergie produziert wird. Über die Mittagszeit, in der die PV-Anlage ihr Maximum erreicht, sind die meisten Haushalte nicht zu Hause und benötigen daher verhältnismäßig wenig Energie.
Wann wird Strom aus einem Stromspeicher genutzt?
Die Speicherentnahme erfolgt vor allem dann, wenn keine oder wenig Solarenergie produziert wird: frühmorgens vor Sonnenaufgang, spätabends und unter Umständen auch nachts. Die genaue Nutzungszeit variiert je nach Jahreszeit – im Winter beginnt die Dunkelheit früher, im Sommer später.
Eigene Solarenergie optimal nutzen
Ein Speicher erhöht die Nutzbarkeit der gewonnenen Solarenergie von 25-40% auf etwa 75-80 %. Eine 100%ige Energieunabhängigkeit (Autarkie) kann in unseren Breitengraden aufgrund des Sonnenstandes und des Wetters leider nicht erreicht werden. Insofern gibt es immer einen Anteil von hinzugekaufter Energie in den „Schlechtwetter-“ und „Wintermonaten“. Je weniger Strom allerdings hinzugekauft werden muss, desto wirtschaftlicher ist die PV-Anlage.
Ausrichtung der Solaranlage und Speicher
Insbesondere Solardächer mit südlicher Ausrichtung profitieren von einem Energiespeicher. Dort wird die Energie meist genau dann produziert, wenn der Verbrauch am geringsten ist – nämlich zur Mittagszeit. Ein Speicher ermöglicht es, diese mittags erzeugte Energie zu speichern und in den späteren Morgen- oder Abendstunden zu nutzen, wenn der Strombedarf höher ist.
Kosten und Nutzen eines Solarspeichers
Die Preise für Speicher sind in den letzten Jahren infolge der Massenproduktion kontinuierlich gefallen. Auch wenn die steigende Nachfrage zu temporären Preisschwankungen führen kann, ist ein langfristiger Trend zu sinkenden Kosten zu erwarten.
In der Vergangenheit war die Einspeisevergütung für ins Netz eingespeisten Strom ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Viele Betreiber von Solaranlagen entschieden sich deshalb gegen einen Speicher und speisten den überschüssigen Strom ein. Aufgrund des EEG ist die Einspeisevergütung mittlerweile lange nicht mehr so attraktiv wie früher. Aktuell etwa 8 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (Stand Juli 2023) – während der Preis für beim Versorger bezogenen Strom bei rund 35 Cent liegt. In Zeiten hoher Einspeisung kann die Vergütung weiter sinken oder gar wegfallen, zudem wird die Einführung einer Abgabe für eingespeisten Strom diskutiert, um die Kosten für den Netzausbau zu decken. Das macht das Einspeisen zunehmend unattraktiv.
Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, so viel Strom wie möglich selbst zu erzeugen, zu speichern und zu nutzen, statt ihn in den sonnenarmen Zeiten teuer zurück zu kaufen.
Stromspeicher und Versorgungssicherheit bei Netzausfällen
Ein herausragender Nutzen eines Solarspeichers besteht darin, dass der Anlagenbetreiber energieunabhängiger, also autarker, wird. Die meisten Solarspeicher stellen sicher, dass bei einem Stromausfall die wichtigsten Verbraucher im Haushalt weiter versorgt werden (Kühlschrank, Licht etc.). Sie sind schwarzstromfähig. Wenn die PV-Anlage allerdings nicht nur schwarzstrom-, sondern auch schwarzstartfähig ist, kann sogar weiter Strom produziert, verbraucht und der Speicher gefüllt werden, wenn das Netz ausfällt.
Solaranlagen ohne Speicher sind bei Stromausfall nicht mehr in der Lage Strom zu produzieren, denn sie benötigen für den Betrieb einen Netzanschluss.
Wann rechnet sich eine PV Anlage mit Speicher?
Im Hinblick auf die Investitionskosten zahlt sich eine PV-Anlage mit Speicher um so mehr aus, je höher der Eigenverbrauch an Strom ist. Wenn also der Verbrauch des Haushalts durch Stromheizungen wie Wärmepumpe, Infrarotheizungen, Heizstab für Warmwasser, Klimaanlage, E-Auto oder E-Bike höher ist, zahlt sich die Investition schneller aus als ohne.
Größe der PV-Anlage und des Speichers
Bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte man den Speicher immer als Teil der PV-Anlage sehen und nicht als Einzelgröße.
Einerseits gibt das Dach die Maximalgröße der PV-Anlage vor, andererseits sollte die Größe natürlich auch auf den Verbrauch ausgerichtet sein. Die Solaranlage sollte weder zu klein, noch zu groß dimensioniert sein.
Je größer eine Solaranlage ist, desto günstiger wird sie im Vergleich, denn Kosten für Planung und Logistik und Inbetriebnahmevorgänge sind eine feste Größe und fallen immer an, egal wie groß oder klein die Anlage ist. Wenn die PV-Anlage allerdings viel zu groß für den Verbrauch ist, zahlt sich die Investition auch nicht mehr aus, da die Kosten für Anlage und Speicher über die Lebensdauer nicht mehr von den ersparten Stromkosten und der Einspeisevergütung eingeholt werden können.
Bei Dächern, die so klein sind, dass sie gerade eben den Verbrauch abdecken, ist es empfehlenswert, den Speicher etwas größer zu wählen, damit gewonnene und nicht verbrauchte Energie aus Spitzenzeiten gespeichert werden kann und die Unabhängigkeit vom Versorger vergrößert.
Wer größtmögliche Autarkie anstrebt und sich von steigenden Stromkosten unabhängig machen möchte, der sollte die Anlagengröße in etwa doppelt so groß wählen wie der aktuelle Jahresverbrauch ist. So ist man auf der sicheren Seite und hat auch noch etwas Luft für zukünftig steigende Verbräuche.
Aber auch bei bestehenden PV-Anlagen kann Solarspeicher nachgerüstet oder erweiter werten. Lesen Sie hier mehr darüber.
Fazit
Ein PV Speicher vergrößert erhöht die
- Nutzbarkeit der produzierten Solarenergie von 25 – 40 % auf 75 – 80 %. Er ermöglicht größere
- Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und
- zahlt sich besonders dann aus, wenn der Stromverbrauch durch Stromheizung, Pool oder E-Auto hoch ist.
Gerne informieren wir Sie über die Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten von hochwertigen Speichern. Nehmen Sie Kontakt auf, telefonisch, per Mail oder persönlich in unserem Büro in der Langen Straße 15 in Hessisch Oldendorf. Wir projektieren regional und überregional und auch bei Ihnen vor Ort.



4 Comments
[…] Der Speicher überzeugt durch schnelles und effizientes Laden. Ein vollständiges Laden ist bei optimaler Sonneneinstrahlung innerhalb einer Stunde möglich. Das heißt, dass sich der Speicher auch an sonnenärmeren Tagen schnell füllen kann und Sie erheblich weniger Strom hinzukaufen müssen. Ausführliche Erläuterungen und Argumente für einen Solarspeicher können Sie hier nachlesen. […]
[…] einen höheren Autarkiegrad zu erreichen – also weniger Strom zukaufen zu müssen – sollte die Kapazität des Speichers größer sein als die Anlagengröße. Höchstmögliche Autarkie wird mit einem doppelt so großen Speicher erreicht. Ein höherer […]
[…] Kombiniert man Solarpanels mit einem Batteriespeicher, hast du auch nachts oder an wolkigen Tagen Strom parat. Eine Solaranlage lohnt sich erst so richtig, wenn sie auch einen Speicher hat. Mehr über Speicher: hier in unserem Blog weiterlesen. […]
[…] Moderne Speicherlösungen schaffen hier Abhilfe. Mit einem Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LiFePO₄) und einem Hybrid-Wechselrichter lässt sich der selbst erzeugte Strom zwischenspeichern und dann nutzen, wenn er wirklich gebraucht wird – etwa abends oder nachts. Warum ein Batteriespeicher grundsätzlich sinnvoll ist, erfahren Sie in unserem Blogartikel über Speicherlösungen. […]