Die Heizung muss raus, denn die alte Ölheizung gibt auf, der Gasanschluss wird teurer oder schlicht unzumutbar, die Nachtspeicheröfen aus den 1970er Jahren laufen noch – obwohl die wirtschaftliche Grundlage längst weggefallen ist: Nachtstromtarife gibt es kaum noch, und wo es sie noch gibt, sind sie nicht mehr günstiger als normaler Haushaltsstrom.
Und genau in diesem Moment stehen Eigentümer vor einer Entscheidung, für die sie selten eine wirklich belastbare Grundlage haben. Mit diesem Artikel wollen wir Hausbesitzern helfen, die richtigen Fragen zu stellen – und am Ende eine Entscheidung zu treffen, die wirklich zu ihrem Gebäude und ihrer Situation passt.
Der Altbau ist zu vielgestaltig für eine einzige Empfehlung. Es gibt Gebäude, in denen Infrarot die richtige Wahl ist, andere, in denen eine Wärmepumpe mehr Sinn ergibt – und beim Ersatz von Nachtspeicheröfen ist Infrarot schlicht unschlagbar.
Inhalt
- Kein Altbau ist wie der andere
- Wärmepumpe im Altbau: Wann macht sie Sinn?
- Infrarotheizung im Altbau: Die Argumente
- Infrarot und Wärmepumpe kombinieren: Wann ergibt das Sinn?
- Den Körper wärmen, nicht den Raum
- Infrarotheizung oder Wärmepumpe: Was passt zu Ihrem Altbau?
- Was wir Ihnen empfehlen: Erst analysieren, dann entscheiden
1. Kein Altbau ist wie der andere
Einer der häufigsten Fehler in der öffentlichen Debatte über Heizsysteme ist, dass „Altbau“ so behandelt wird, als wäre es eine einheitliche Kategorie. Hier kommen Gebäude zusammen, die kaum unterschiedlicher sein könnten:
Da ist beispielsweise das unsanierte Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren mit Hohlblocksteinen, einfach verglasten Fenstern und einem Heizkörper in jedem Zimmer, der an eine Ölheizung angeschlossen ist, die seit dreißig Jahren ihren Dienst tut.
Und da wäre das gründerzeitliche Stadthaus, das in den 2000er Jahren aufwendig saniert wurde, mit neuen Fenstern, Fußbodenheizung im Erdgeschoss und einer bereits installierten Pelletheizung.
Beide sind „Altbau“. Beide stellen aber vollkommen verschiedene Ausgangsbedingungen für jeden, der das Heizsystem modernisieren will.
Ein Einfamilienhaus stellt andere Anforderungen als ein Mehrfamilienhaus, ein denkmalgeschütztes Gebäude andere als ein frei sanierbares. Die folgenden Punkte zeigen, welche Faktoren für welches System sprechen.
2. Wärmepumpe im Altbau: Wann macht sie Sinn?
Es gibt Situationen, in denen die Wärmepumpe im Altbau die sinnvollere Wahl ist – hier sind die entscheidenden Faktoren.
Vorhandene Leitungen und Heizkörper nutzen
Der wichtigste Punkt ist ein praktischer: In vielen Altbauten sind bereits Heizkreisläufe verlegt. Rohre, Verteiler, Heizkörper – alles vorhanden, funktionsfähig und oft in gutem Zustand. Wenn man nun von einer Öl- oder Gasheizung auf ein anderes System wechseln will, liegt es nahe, diese Infrastruktur weiterzunutzen statt sie komplett aufzugeben.
Eine Infrarotheizung nutzt diese Infrastruktur nicht. Sie ersetzt sie vollständig durch ein anderes Heizprinzip. Das ist konzeptionell sauber, bedeutet aber in der Praxis: Die alten Leitungen oder Heizungen werden stillgelegt oder müssen entfernt werden, und in jedem Raum braucht man Fläche für Paneele – an Wänden oder Decken. Im besten Fall ist das kein Problem. Im schlechtesten Fall gibt es in bestimmten Räumen kaum geeignete Montageflächen: Dachschrägen, Zimmer mit viel Mobiliar oder Einbauschränken, die die Wandfläche einnehmen.
Wenn die Bestandsinfrastruktur nutzbar ist und keine wesentlichen Mängel hat, kann eine Wärmepumpe sinnvoll sein – sie klinkt sich in das vorhandene System ein, ohne es vollständig zu ersetzen.

Fußbodenheizung im Altbau: Vorteil für die Wärmepumpe
Ein sanierter Altbau mit Fußbodenheizung ist für die Wärmepumpe ein deutlich besserer Ausgangspunkt als ein unsanierter Bestand mit alten Radiatoren. Fußbodenheizungen arbeiten mit niedrigen Wassertemperaturen – und genau darin liegt die Stärke der Wärmepumpe: Je niedriger die Temperatur, die sie erzeugen muss, desto effizienter arbeitet sie.
Mit alten Heizkörpern sieht die Rechnung anders aus. Die brauchen deutlich heißeres Wasser, und damit verliert die Wärmepumpe einen Großteil ihres Effizienzvorteils – gegenüber einer Infrarotheizung bleibt dann oft wenig übrig.
Denkmalschutz: Wenn Wandflächen fehlen
Es gibt Altbauten, in denen Wandflächen nicht zur Verfügung stehen – nicht aus Platzmangel im Allgemeinen, sondern weil sie unter Denkmalschutz stehen, historische Stuckelemente tragen oder weil die Nutzung des Raumes eine Montage ausschließt. In diesen Fällen ist die Wärmepumpe, die das vorhandene Leitungsnetz weiter versorgt, die naheliegende Lösung.
3. Infrarotheizung im Altbau: Die Argumente
Trotz der genannten Argumente für die Wärmepumpe bleibt die Infrarotheizung in vielen Altbausituationen das überzeugendere System – aus Gründen, die über die reine Technik hinausgehen.
Kein Verschleiß, keine Wartung, keine Abhängigkeit
Eine Wärmepumpe ist eine Maschine mit vielen beweglichen Teilen – und Maschinen brauchen Wartung und fallen gelegentlich aus. Wer eine Wärmepumpe betreibt, plant regelmäßige Wartungskosten ein und muss damit rechnen, dass nach 15 bis 20 Jahren ein Austausch fällig wird. Das ist kein Argument gegen die Wärmepumpe – aber es ist ein Faktor, den viele beim Vergleich unterschätzen.
Ein Infrarotpanel hat keine beweglichen Teile, keinen Wartungsvertrag und keine Inspektionspflicht. Die Infrarotheizungen von Digel Heat, die wir bei OWL Energy vertreiben, wurden vom TÜV Süd geprüft und erreichen eine Lebensdauer von über 125 Jahren – gemessen an den Ein- und Ausschaltzyklen. Wer Energieautarkie anstrebt, denkt nicht nur daran, den eigenen Strom zu erzeugen. Er denkt auch daran, möglichst unabhängig von Technikern, Ersatzteilen und Wartungsverträgen zu sein. Ein Infrarotpanel leistet dazu einen stillen, aber dauerhaften Beitrag.
Geringere Investitionskosten
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Installation – je nach Hersteller, Leistung und Aufwand für die Einbindung – zwischen 15.000 und 30.000 Euro oder mehr. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Pufferspeicher, Warmwasserbereitung und hydraulischen Abgleich.
Eine vollständige Infrarotheizung für dasselbe Haus, die alle Räume abdeckt, ist deutlich günstiger realisierbar – oft für einen Bruchteil des Preises. Selbst hochwertige Paneele guter Qualität kosten pro Zimmer in einem realistischen Bereich zwischen 300 und 800 Euro, abhängig von Leistung und Ausführung. Die Installation ist unkompliziert.
Die Wärmepumpe kann im Betrieb günstiger sein – aber nur, wenn die Voraussetzungen stimmen: gute Dämmung, niedrige Wassertemperaturen und ein günstiger Stromtarif. Im schlecht gedämmten Altbau mit alten Heizkörpern ist das selten der Fall. Hinzu kommt: Mit den Jahren verliert eine Wärmepumpe an Effizienz – sie braucht zunehmend mehr Strom, um dieselbe Wärme zu erzeugen. Ein Infrarotpanel hingegen arbeitet am letzten Betriebstag genauso effizient wie am ersten.
Nachtspeicheröfen ersetzen: Warum Infrarot die beste Wahl ist
Es gibt eine Altbau-Situation, in der wir keine langen Abwägungen brauchen: Wenn Nachtspeicheröfen ersetzt werden sollen, ist die Infrarotheizung die überlegene Wahl – ohne Einschränkung.
Nachtspeicheröfen waren ein Kind des Nachtstromtarifs: Günstig produzierter Strom in der Nacht wurde genutzt, um Wärmespeicher aufzuladen, die tagsüber die Wärme abgaben. Das war einmal wirtschaftlich sinnvoll – heute nicht mehr. Günstige Nachtstromtarife gibt es kaum noch, die Betriebskosten sind hoch, und viele ältere Geräte heizen schlicht ineffizient. Sie haben ihre Zeit gehabt.
Diese Ausgangssituation ist für Infrarot geradezu ideal. Nachtspeicheröfen stehen für sich, sind nicht an einen Heizkreislauf angebunden und werden mit Strom betrieben. Es gibt keine Rohre, keine Heizkörperverteiler, keinen Hydraulikplan, der beachtet werden müsste. Jedes Gerät ist eine eigenständige Einheit – und jedes lässt sich eins zu eins durch ein Infrarotpanel ersetzen, das an die vorhandene Elektroinstallation angeschlossen wird. Kein Eingriff in die Bausubstanz, kein aufwendiger Umbau, keine neue Heizungsanlage, die geplant, dimensioniert und abgeglichen werden muss.
Die Infrarotheizung ersetzt den Nachtspeicherofen nicht nur – sie macht es besser: Sie reagiert sofort, heizt bei Bedarf statt auf Vorrat, und erzeugt Wärme, die man direkt am Körper spürt, statt erst die gesamte Raumluft aufzuheizen. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher schließt sich der Kreis: Der selbst erzeugte Solarstrom heizt das Haus – ohne Tarife, ohne Abhängigkeit, ohne Wartungsvertrag.
Wer Nachtspeicheröfen ersetzen will oder muss, hat es im Vergleich zu anderen Altbau-Situationen vergleichsweise einfach. Kein aufwendiger Umbau, keine neue Heizungsanlage, die geplant und abgestimmt werden muss – ein klarer Fall, der eine klare Antwort hat.
Infrarotheizung heizt sofort: Direktwärme statt Wartezeit
Infrarotstrahlung wärmt nicht die Luft, sondern Oberflächen und Körper direkt. Das hat eine Konsequenz, die im Altbau besonders relevant ist: Man muss nicht warten, bis ein kalter Raum „durchgeheizt“ ist. Ein Infrarotpanel gibt innerhalb weniger Minuten wohlige Strahlungswärme ab, die man körperlich wahrnimmt – auch wenn die Lufttemperatur im Raum noch nicht auf Wohlfühlniveau ist.
Diese Direktheit zahlt sich im Altbau besonders aus. Wände speichern Kälte, Böden sind oft nicht gedämmt, und die warme Luft einer normalen Heizung steigt nach oben – während es auf Sitzhöhe kalt bleibt. Infrarot überbrückt diesen Effekt, weil es nicht die Luft, sondern den Menschen wärmt.

4. Infrarot und Wärmepumpe kombinieren: Wann ergibt das Sinn?
Beide Systeme zu kombinieren ist kein sauberes Konzept – aber es kann bei bestimmten baulichen Gegebenheiten oder Verbrauchsgewohnheiten durchaus vernünftig sein: Eine Wärmepumpe übernimmt die Grundversorgung über das vorhandene Leitungsnetz, Infrarotpaneele ergänzen dort, wo das Hauptsystem nicht ausreicht oder wo schnelle Wärme gefragt ist – das Arbeitszimmer, das Badezimmer, der selten genutzte Gästeraum.
Manchmal ist die vernünftigste Lösung eine Kombination – nicht als Kompromiss, sondern aus gutem Grund. Ein Beispiel: Ein neu ausgebautes Dachgeschoss, in dem keine Leitungen liegen. Neue Rohre zu verlegen, nur um die Wärmepumpe dorthin zu bringen, ist aufwendig und teuer. Ein Infrarotpanel, das direkt an die Stromleitung angeschlossen wird, erledigt dieselbe Aufgabe – einfacher, günstiger und ohne Eingriff in die Bausubstanz. Die Wärmepumpe versorgt den Rest des Hauses, Infrarot übernimmt dort, wo es schlicht sinnvoller ist.
5. Den Körper wärmen, nicht den Raum
Warum den ganzen Raum heizen, wenn man selbst nur einen kleinen Teil davon nutzt? Die übliche Logik lautet: Raum auf Temperatur bringen, dann ist es warm. Das stimmt – aber man heizt dabei Wände, Decken und Luft mit, obwohl man selbst an einem Schreibtisch sitzt oder auf der Couch liegt.
Infrarot dreht das um. Strahlungswärme wirkt direkt auf Oberflächen und Körper – ähnlich wie Sonnenwärme, die man auch dann spürt, wenn die Luft noch kühl ist. Wer sein Arbeitszimmer nur für zwei Stunden am Nachmittag nutzt, muss es nicht auf Raumtemperatur bringen. Ein mobiles IR-Panel oder ein Heizteppich unter dem Schreibtisch wärmt in wenigen Minuten – gezielt dort, wo man sitzt. Der Energieverbrauch ist ein Bruchteil dessen, was eine Raumheizung kosten würde. Das ist kein Verzicht, sondern eine bewusstere Art, mit Energie umzugehen.
6. Infrarotheizung oder Wärmepumpe: Was passt zu Ihrem Altbau?
Die folgende Übersicht ist kein Ersatz für eine individuelle Beratung – aber sie gibt eine erste Orientierung.
Wärmepumpe spricht an, wenn:
- Rohre und Heizkörper in gutem Zustand sind und weitergenutzt werden sollen.
- Eine Fußbodenheizung vorhanden ist oder nachgerüstet wird.
- Das Gebäude bereits gut gedämmt ist oder eine Sanierung geplant ist.
- Keine geeigneten Wandflächen für Paneele vorhanden sind.
Infrarotheizung spricht an, wenn:
- Nachtspeicheröfen ersetzt werden sollen – das ist der klarste Fall überhaupt.
- Keine nutzbaren Leitungen vorhanden sind oder diese in schlechtem Zustand sind.
- Wartungsfreiheit und lange Lebensdauer Priorität haben.
- Das Budget für die Anfangsinvestition begrenzt ist.
- Einzelne Räume gezielt und bei Bedarf beheizt werden sollen.
Zur Frage der Förderung haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt – hier erfahren Sie mehr.
Eine Kombination kann sinnvoll sein, wenn:
- Teile des Gebäudes nicht an das bestehende Leitungsnetz angebunden sind oder werden sollen – zum Beispiel ein ausgebautes Dachgeschoss.
- Eine vollständige Umrüstung aus baulichen Gründen nicht möglich ist.
7. Was wir Ihnen empfehlen: Erst analysieren, dann entscheiden
Wer zu uns kommt und fragt „Infrarot oder Wärmepumpe?“, bekommt von uns keine sofortige Antwort. Wir schauen uns zuerst an, was vorhanden ist: Wie ist das Gebäude gebaut? Welche Leitungen liegen wo? Wie ist die Nutzung der einzelnen Räume? Welche Sanierungsmaßnahmen sind geplant oder bereits abgeschlossen? Wie steht die Energieversorgung – gibt es Photovoltaik oder ist sie geplant?
Erst aus dieser Gesamtschau heraus ergibt sich, welches System sinnvoll ist. Das kostet etwas mehr Zeit als eine Pauschalantwort. Aber es führt zu Lösungen, die tatsächlich funktionieren und die im Alltag keine bösen Überraschungen bereiten. Wie eine solche individuelle Lösung in der Praxis aussehen kann, zeigen wir an einem konkreten Kundenprojekt mit Photovoltaik und Infrarotheizung.
Wenn Sie sich in einem dieser Altbau-Szenarien wiedererkennen und eine fundierte Einschätzung für Ihr konkretes Gebäude suchen, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie ehrlich – auch wenn das manchmal bedeutet, dass wir Ihnen sagen, dass eine bestimmte Lösung für Sie nicht die richtige ist.


